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Maschen tausendabertausendweit

Der echte Perser

Der "echte Perser" – er war einmal der Inbegriff des Orientteppichs, das Luxusgut 'comme il faut' in den bürgerlichen Salons und Wohnzimmern. Vor allem die Deutschen lieben ihn – bis heute werden in Deutschland die meisten Orientteppiche weltweit verkauft. Die Wirtschaftswunderjahre nach dem zweiten Weltkrieg waren für den Perserteppich Boomjahre. Die Produktion weitete sich aus auf zahlreiche Nachknüpfländer, um den Bedarf decken zu können. Die Teppiche aus aller Herren Länder kommen nach Hamburg in die Speicherstadt des Freihafens. Hier befindet sich der größte Teppichbazar der Welt, die Drehscheibe für mehr als zwei Drittel aller international gehandelter Teppiche.

Mit dem Teppichhandel bedeutend und reich geworden ist die persische Gemeinde in Hamburg, eine Kolonie der Kaufleute, die größte und älteste in Europa. Ihre Moschee am Alsterufer ist ein Stück Orient in der Hansestadt. Im Gebetsraum unter der Kuppel betreten die Füße einen riesigen Rundteppich, ein Geschenk der iranischen Knüpfergenossenschaft. In ihn sind die Muster aller Teppichregionen Irans eingearbeitet.

Der Orientteppich: Märchen aus tausenundeiner Nacht, Schwerstarbeit und hartes Geschäft – ein wertvolles Handelsgut zwischen Ost und West.

Das Feature erzählt von Knüpferinnen und Färbern, von Händlern, Hanseaten und "echten Persern".

Ein Radio-Feature von Monika Nolte und Patricia Neghabian
WDR/NDR/DRS 2002
55 Min.
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